Veranstaltungsimpressionen: Dialogforum „Cyber-Sicherheit – Enabler oder Hemmnisfaktor der Telemedizin” am 29. Juni 2017 in Berlin

Die digitale Revolution bedeutet auch für den Gesundheitssektor viele technologische Neuerungen und Potenziale. Insbesondere digitale Anwendungen im Bereich der Telemedizin, wie Gesundheitsapps oder Arztkonsultation über Videochats, können den Alltag von Patienten, Kliniken und Arztpraxen erleichtern. Diese neuen Möglichkeiten gehen aber auch mit Risiken in den Bereichen Cyber-Sicherheit und Datenschutz einher. Wie mit diesen Risiken umzugehen ist und wie sichere digitale Lösungen in der Telemedizin aussehen können, diskutierten der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V. daher am 29. Juni 2017 bei seinem Dialogforum „Cyber-Sicherheit – Enabler oder Hemmnisfaktor der Telemedizin“, das er in Kooperation mit der Universität zu Lübeck in der Vertretung des Landes Schleswig-Holstein beim Bund in Berlin veranstaltete.

Nach der Begrüßung durch Philipp v. Saldern, Präsident des Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V. und Prof. Dr. Dr. Hendrik Lehnert, Präsident der Universität zu Lübeck gab der Vizepräsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Dr. Gerhard Schabhüserin seiner Keynote einen Überblick über die aktuelle Lage im Bereich IT-Sicherheit aus gesamtgesellschaftlicher Sicht in Deutschland. Im Anschluss folgenden zwei Fachinputs von PD Dr. Schnell, Ärztlicher Direktor des Asklepios Fachklinikum Göttingen sowie Marc Pickardt, Zweiter Vorsitzender der Gesundheitsregion Nord e.V.. Danach diskutierten die Teilnehmenden von Know-how-Trägern und Anwendern sowie aus der Wissenschaft gemeinsam im Rahmen zweier Roundtables zu den Themen „Sichere Künstliche Intelligenz“ sowie „Sichere Telemedizin in der hausärztlichen Versorgung“. Dabei wurde deutlich, dass das vorhandene Schutzniveau bei den verschiedenen telemedizinischen Anwendungen sehr unterschiedlich ist. Während größere Kliniken in der Regel bereits relativ gut geschützt sind, herrscht bei niedergelassenen Ärzten und den Patienten als Nutzern noch großer Handlungsbedarf. Besonders schützenswert sind daher auch die digitalen Schnittstellen, an denen alle drei Parteien miteinander verknüpft sind. Zwischen allen Teilnehmenden herrschte große Einigkeit, dass die diesbezüglichen Herausforderungen nur durch Kooperation und den Dialog aller Beteiligter, wie im Rahmen der Veranstaltung gemeistert werden können.